Zwanzig Bildtafeln aus der saturnischen Werkstatt: Diagramm, Bannzeichen, sexualmagische Lehrgrafik und Logenpapier als Maschinenraum der Autorität.
"Nahema! Nahema! Uuu! Ole-Ona-Uüä-Uuu! Aie, Aonie, Lilith, Lilith! Lilith! Oron chite haloja aroen latistén. Ka eron maggo holler ka nono ka hel. Maguth ka craim he! Yaro… Sat! Elohim! Marazoth!! Hoo…!! Hu!!!"
Hallo! Hier spricht die Skorpionfrau! — Guido und Miriam Wolther inszenieren die optische Ästhetik der Trivialunterhaltung der frühen 1960er-Jahre so auffällig, dass Edgar-Wallace-Filme, Science-Fiction- und Gruselheftchen wie Vorlage und Bedienungsanleitung zugleich wirken. Wolthers sogenannte "Pluto-Evokation" ist ein Ritual aus Chemie, Popkultur-Bildwelten und interner Logenpolitik.
In Miriam Wolthers Roman verdichten sich schwüle Liebesprosa und erotischer Dämonenkitsch zur sexuellen Besiegelung eines Paktes: „Mein Körper windet sich unter der Brunst des Wesens, dessen heißes Glied wie eine Naturkatastrophe in mir wütet.“ Mit vollkommener Ernsthaftigkeit werden gebrauchsfertige Liebes- und Schauermotive durch häusliche Requisiten, Logentechnik, Nazis, sexuelle Gewalt und kosmische Behauptungen bis an ihre Belastungsgrenze getrieben. Im Spannungsfeld von Guido Wolthers Zeichnungen, privater Mythologie und okkultem Milieu legt die vorliegende Analyse die Mechanik dieses Tagebuchs einer Magierin frei.
Die Dichtung: Amor Ex Nihil.
Die Wirkung: Die Himmel weinen Blut.
20 Zeichnungen von 1973.
Die Bildtafeln stehen im Umfeld von Gradus Pentalphae, AMOS / OMS, Fraternitas Saturni und jener Mischung aus Ritualtechnik, Pulp-Gestus und bürokratischem Hochgradtheater, in dem jede Sigille aussieht, als hätte sie eben noch ein Protokoll unterschrieben.
Eine kleine, weiss ausgeleuchtete Schaltwand: drücken, flackern, weiter in den Papiernebel.